Sichtbarkeit – wie wirst du als Paartherapeut sichtbar und wozu ist das gut?

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In der Öffentlichkeit und vor allem im Internet für potenzielle Klienten sichtbar zu sein, bringt Buchungen. Daher ist genau das heutzutage eine der häufigsten Herausforderungen für Paar- und Sexualtherapeuten.

Dabei ist es an sich gar nicht so schwer, Sichtbarkeit zu erlangen. Die Kunst liegt eher darin, so sichtbar zu werden, dass es nicht beim gesehen werden bleibt. Letztendlich geht es schließlich um Buchungen und neue Kunden.

Daher geht es in diesem Artikel nicht nur um Sichtbarkeit, sondern auch darum, wie man diese in Buchungen umwandeln kann. Hier erfährst du, wie das funktioniert!

Sichtbarkeit: Was ist das?

Gehen wir direkt zur Bedeutung, die für uns wichtig ist. Drei Beispiele dazu:

  1. Steffi ist eine Single-Frau aus Bonn, Mitte 30. Sie betrachtet die Website von Peter, einem Coach aus Köln, auf ihrem Smartphone. Hier ist Peter für Steffi gerade sichtbar.
  2. Peter ist sogar dann schon für Steffi sichtbar, wenn sie ihn nach einer Google-Suche bereits auf der Ergebnisliste sieht.
  3. Peter hört gerade Hannas Podcast auf Spotify. In diesem spricht sie über Online-Marketing für Coaches. Während Peter eine Podcast-Folge hört, ist Hanna für ihn sichtbar.

Beziehungsweise beim Hören eher hörbar. Aber es geht bei Sichtbarkeit weniger wörtlich um die Art der Sinneswahrnehmung. Sondern eher um Aufmerksamkeit. Und die ist in der Werbung natürlich enorm wichtig.

Sichtbarkeit zwischen Anbieter und Kunde

Sichtbarkeit verbindet also zwei Personen miteinander. Manchmal auch eine Person mit einer ganzen Reihe von anderen Personen. Aber man tut gut daran, es wirklich eher als Verbindung zwischen zwei Personen zu betrachten. Denn dann gelingt es leichter, diese Verbindung wirklich als Beziehung zu denken.

Im Optimalfall und vor einem Marketing-Hintergrund kommen dann noch zwei Details hinzu. Nehmen wir eines der Beispiele von oben:

  1. Auf Peters Coaching-Website ist im Optimalfall ein tolles Angebot zu sehen. Sagen wir, ein Online-Kurs zum Thema Partnersuche.
  2. Steffi – und das ist nun ein wichtiger Knackpunkt! – sollte nun den zum Angebot passenden Bedarf haben. In diesem Fall wäre es gut, wenn sie nicht nur Single ist, sondern auch aktuell einen neuen Partner sucht.

Das klingt einleuchtend, allerdings warten hier Stolperfallen.

Wenn Sichtbarkeit teuer ist und nichts bringt …

Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass Steffi sich näher mit Peters Website beschäftigt, wenn sie Partnersuche öde findet, seit 10 Jahren glücklich verheiratet ist und im Internet eigentlich gerade nach Winterreifen sucht. Geschenkt, das Beispiel ist offensichtlich.

Aber manchmal ist es kniffliger. Beispiele:

  1. Was, wenn Steffi zwar Single ist, aber emotional noch so gar nicht über ihre Trennung vom letzten Dienstag hinweg ist? Und Peter auf der Seite seinen Kurs bewirbt, in dem er viel von tollen neuen Partnern schreibt? Steffi wird frustriert und mit Tränen in den Augenwinkeln die Seite schließen. Hier war zwar ein Bedarf da – aber (noch) nicht der zum Angebot passende. Auch dann bringt Sichtbarkeit natürlich keinen Vorteil.
  2. Was, wenn Steffi zwar die optimale Kundin für Peter wäre, Websites zum Thema Partnersuche aber öde findet und lieber Zeitschriften liest? Dann kann Peter seine Website nach Kräften bewerben, ohne dabei Aussicht zu haben, Steffi als Kundin zu gewinnen.

Halten wir also fest:

Es lohnt sich, Sichtbarkeit sehr zielgerichtet aufzubauen

Es hilft schon, wenn du ein paar grundlegende Dinge beachtest:

1. Habe eine klare Vorstellung von deinem Angebot.

Ist dein Angebot klar Verständlich? Dockt es an einen Bedarf an?

Ist es wirklich ein Angebot oder erschlägst du Interessenten direkt mit 10 verschiedenen Angeboten?

Simon ist Paartherapeut und bietet auf seiner Seite Paartherapie-Stunden in Paketen an. Man kann Einzelstunden, 3-Stunden-Pakete, 6-Stunden-Pakete, 10-Stunden-Pakete, einen Intensiv-Tag und 3 verschiedene Workshops buchen. Dazu bietet Simon auf seiner Website noch Kommunikations-Trainings für Firmen an.

Fazit: Das Portfolio ist zu umfangreich. Es verwirrt so den Besucher und das macht eine Kaufentscheidung unnötig schwer.

Stefanie bietet auf ihrer Seite Beziehungscoachings für Menschen an, die überlegen, sich von ihrem Partner zu trennen. Sie stellt fest, dass manche Interessenten gerne ihre Hilfe wollen, sich aber noch nicht ins Gespräch mit ihr trauen.

Sie entwickelt daher einen vorbereitenden kleinen Online-Kurs. Und bietet Interessenten auf der Angebotsseite nun immer eine Entweder-Oder-Entscheidung an – Coaching-Termin oder Online-Kurs.

Fazit: Das Thema ist klar und spezifisch und es gibt eine kundenorientierte A-/B-Entscheidung.

2. Kenne den Bedarf, den das Angebot befriedigen sollte

Ob jemand einen Bedarf hat, ist meist gar nicht so schwer herauszufinden. Es ist nicht entscheidend, ob jemand von außen der Person einen Bedarf “bescheinigt”.

Sondern: Die Person wird es merken und äußern! Das ist wichtig, daher gibt es in der Betriebswirtschaft die Grundregel: Ohne Bedarf kein (Ver)Kauf.

Manchmal versuchen Menschen trotzdem, etwas auch ohne geäußerten Bedarf zu verkaufen. Das empfinden die meisten als übergriffig. Und in den seltenen Fällen wo es zu einem Verkauf führt, folgen Kaufreue und meist auch eine Stornierung.

Sabrina bietet Coaching an, dass Beziehungsprobleme löst und gleichzeitig die Beziehungskompetenz von Paaren steigert.

Fazit: Die meisten Paare haben ein ganz konkretes Beziehungsproblem, z.B. häufige Streits oder einen Seitensprung – und suchen genau für dieses Problem eine Lösung. Das Steigern von Beziehungskompetenz klingt zwar nett, ist aber eher ein Luxus als ein Problem, dass Paare wirklich um den Schlaf bringt.

Julius bietet einen Tantra-Workshop für Paare an, die sich bislang noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Er beschreibt das als “Tantra-Light” und sagt explizit, dass alle Teilnehmer die Kleidung anbehalten werden und es während des Workshops keine sexuellen Handlungen geben wird. Dazu notiert er noch: “Nach dem Tantra-Workshop wissen Sie, wie Sie Ihr Sexleben wieder in Gang bringen können. Und dadurch auch als Paar wieder gut funktionieren”.

Fazit: Julius antizipiert Bedenken seiner Zielgruppe und greift diese empathisch auf. Dazu bringt er sein Angebot bzw. seine Lösung (Tantra) in den Zusammenhang zu einem Problem: Die Flaute im Bett und das dadurch möglicherweise drohende Beziehungsaus.

Und wie findest du nun den Bedarf deiner Zielgruppe raus? Ein paar konkrete Möglichkeiten:

  1. Schaue in relevante Zeitschriften. Worüber wird dort geschrieben? Wie sehen die Überschriften der Texte aus? Gehe davon aus, dass die Überschriften viel mit dem Bedarf zu tun haben.
  2. Suche einmal nach Stichworten bei Google. Auch hier findest du oft aussagekräftige Überschriften. Wenn du es genauer wissen willst, nutze ein Tool wie Ubersuggest und finde heraus, wie viele Leute einen von dir vermuteten Bedarf suchen.
  3. Unterhalte dich mit aktuellen, ehemaligen oder potenziellen Kunden. Achte vor allem auf deren Sprache: Welche Wörter benutzen sie? Bei welchen Aussagen wirken sie emotional? Wenn du darauf schaust, bist du auf der richtigen Spur!

3. Manchmal ist Bedarf sehr vom Timing abhängig.

Wenn ich gerade verlassen wurde, dann ist das für mich ein paar Tage bis Wochen ein Problem – nach zwei Jahren aber wahrscheinlich nicht mehr.

Winterreifen verkaufen sich vor dem Winter besser als nach dem Winter.

Eine Paartherapie buche ich nur, wenn die die Partnerschaft kurz vor der Trennung steht – also meist nicht direkt nach der Hochzeit.

4. Die Sichtbarkeit sollte am richtigen Ort bzw. über das richtige Medium stattfinden.

Der richtige Ort bzw. das richtige Medium hat oft mit dem Timing zu tun:

Akute Themen googlen Leute oft. Passende Medien und Sichtbarkeits-Aktivitäten wären dann beispielsweise:

  1. Inhalte erstellen, die über Google gefunden werden können (SEO)
  2. Werbekampagnen über Google Adwords schalten
  3. Ein persönliches Netzwerk aufbauen, in dem du weiterempfohlen wirst (z.B. durch zufriedene Klienten).

Und manche Themen müssen über etwas Zeit aufgebaut werden. Die passenden Medien und Sichtbarkeits-Aktivitäten wären dann:

  1. E-Mail-Marketing mit automatisierten Mails und/oder Newslettern aufbauen und pflegen
  2. Podcasts produzieren
  3. Regelmäßig Youtube-Videos veröffentlichen
  4. Inhalte Social Media posten und/oder teilen

Das passende Medium zu finden, ist manchmal gar nicht so leicht.

Georg ist Sexualtherapeut und auf Facebook unterwegs. Dort ist er hervorragend vernetzt. Er postet sowohl auf seinem Profil als auch auf seiner Fanpage regelmäßig. Und seine Posts bekommen viele Likes und Kommentare. Ein paar Menschen finden auch von Facebook auf seine Website. Das sieht er, wenn er in seinen Google-Analytics-Account schaut.

Trotzdem hat Georg noch zu wenig Buchungen. Aber hilft es wirklich, auf Facebook noch aktiver zu sein?

Fazit: Wahrscheinlich interagiert Georg auf Facebook vor allem mit Kollegen und fachlich interessierten Menschen. Diese haben aber keinen wirklichen Bedarf an einer Therapie, höchstens an unverbindlichem Austausch. Facebook ist für Georg aktuell daher nicht das optimale Werbe-Medium.

Georg beschließt daher, Inhalte auf seiner Seite zu erstellen und einen Blog zu starten. Dort schreibt er Artikel, z.B. über Erektionsprobleme, was man als Mann tun kann, wenn Sex mit der Partnerin fehlt und wie man mit Schuldgefühlen umgeht.

Nach wenigen Wochen stellt er fest, dass bereits 90% seiner Besucher über die Google-Suche auf seine Seite finden (Facebook ist auch von den Besucherzahlen her fast unwichtig geworden).

Und, noch wichtiger: Er beginnt, Buchungen zu bekommen. Die Erklärung: Die Menschen, die ihn über die Google-Suche finden, sind keine anderen Sexualtherapeuten, sondern Menschen, die gerade ein akutes Problem haben, für das Georg eine sinnvolle Lösung anbietet.

5. Auch die zwischenmenschliche Beziehung sollte passen.

Angenommen, du wirst mit deinem Angebot für jemanden sichtbar, dessen Bedarf du optimal abholst. Wenn diese Person dich aber extrem unsympathisch findet, wird sie dich natürlich nicht buchen.

Schaue also, dass du auf eine Art und an Orten Sichtbarkeit aufbaust, wo auch Leute sind, die du magst – und andersherum.

Übrigens: Streng genommen führt die Bezeichnung Sichtbarkeit ziemlich in die Irre. Sie klingt nämlich einseitig: Person A sieht Person B. Es geht aber eher darum, einen Dialog aufzubauen. Das ist die Grundlage für den Beziehungsaufbau. Und damit auch für Käufe oder Buchungen.

Wie klappt das nun mit der Umsetzung der Sichtbarkeit?

Die obigen Punkte sind ein paar theoretische Überlegungen, die sich vor der Umsetzung von Sichtbarkeit lohnen. Unsere Empfehlung wäre also: Setz dich kurz hin und prüfe, ob dein Sichtbarkeitsplan in der Theorie alle Kriterien einhält. Dabei kann dir auch dieser Blog-Artikel weiterhelfen!

Da das Ganze aber in der Praxis funktionieren sollte, darfst du danach beginnen zu testen. Wie im Marketing üblich. Dann wirst du sehen, welche deiner Aktivitäten sich besonders auszahlen – und welche nicht.

Falls du dich jetzt fragst: “Klingt super, Nils, aber gibt es dafür nicht eine Abkürzung?”

Ja, die gibt es! Wenn du Lust hast, hier von unseren Erfahrungswerten zu profitieren und dadurch Zeit und Geld zu sparen, meld dich gerne bei uns, wir lieben es, dir zu helfen!

In jedem Fall wünschen wir dir natürlich trotzdem viel Erfolg auf deinem Weg und bei der Umsetzung!

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