Über Nils Terborg und die Gründung von Love to Help

Nils Terborg. Festhalten von der tollen Fotografin Jessi von Madame Schmu

Wir schreiben das Jahr 2013 und ich hatte zwei gescheiterte Firmengründungen hinter mir. Dementsprechend war meine berufliche Zuversicht etwas angeknackst.

Immerhin schloss ich in diesem Jahr mein Master-Studium der Sprachwissenschaften mit hervorragenden Noten ab. Das rettete mich ein Stück weit. Trotzdem wusste ich nicht so recht, was ich nun beruflich tun sollte.

Ich war aber entschlossen, nun ein Projekt anzugehen, das zu mir passte und mit dem mir der Durchbruch gelingen sollte. Eine private Begebenheit gab mir einen Hinweis: Seit einiger Zeit traf ich mich mit einer Frau und es begann ernst zu werden.

Ich machte also mit dem Thema Paarbeziehung in kurzer Zeit sehr schöne und spannende Erfahrungen. In dieser Partnerschaft fühlte sich alles anders an als zuvor. Ich begann zu ahnen, dass ich in diesem Lebensbereich in der Vergangenheit unter meinen Möglichkeiten geblieben war.

Thema: Beziehungen und Sexualität

Ich überlegte also, ob ich Beziehungscoach oder Paartherapeut werden sollte. Mit meiner Ausbildung zum systemischen Coach, die ich noch während des Studiums begonnen hatte, war ich fast fertig. Hatte ich nun mein Thema gefunden?

Ich buchte mir einen Business-Coach, sprach die Idee einmal mit ihm durch und beschloss dann, der Sache eine Chance zu geben. Und direkt mit der Umsetzung zu beginnen.

Das Projekt Liebe mit Klarheit war geboren und sollte in den nächsten 3 Jahren drei Bücher, vier Online-Kurse und eben meine Coaching-Tätigkeit hervorbringen.

Harte Arbeit begann …

Und diese schien sich auch zu lohnen. Die Zahlen des Geschäfts wurden immer besser. Ich hatte teilweise über 800 neue E-Mail-Abonnenten und bis zu 76.000 Website-Besucher pro Monat. Alles als One-Man-Show! Hier einmal eine kleine Übersicht:

Schattenseiten gab es allerdings auch: Das Projekt warf zwar Gewinne ab, aber diese waren langfristig nicht hoch genug. Trotz der guten Leser- und Abonnentenzahlen war hier offenbar noch Arbeit zu tun. Frustrierend war auch:

Verkäufe kamen immer dann zustande, sobald ich mit hohem Energieeinsatz aktiv Werbung machte. Und brachen komplett ein, wenn ich dafür keine Zeit hatte, und zum Beispiel mit Coachings beschäftigt war.

Auch mit manchen Kunden und deren Entwicklung war ich nicht zufrieden. Ich ging also hartnäckig allem nach, was mich störte. Und stieß auf ein paar Unstimmigkeiten.

Zahlen vs. Gefühle

Diese Unstimmigkeiten hatten vor allem viel mit Gefühlen zu tun. Von manchen Kunden war ich genervt. Ich fand, dass das Kunden gegenüber ein unangemessenes Gefühl war, somit verspürte ich jetzt auch noch Frustration. Und ich hatte immer mal wieder Angst, weil die Umsätze so stark schwankten.

Jetzt hatte ich so viel erreicht und sollte doch im Endeffekt scheitern? Ich lernte hier, dass man weit kommt, ohne sich genauer mit Gefühlen und Bedürfnissen (den eigenen und denen der Kunden) zu beschäftigen. Aber für Käufe, Gewinn und Umsatz braucht es ein emotional sehr stimmiges Gesamtbild.

Genervtheit, Frust und Angst waren dafür sicher keine optimale Grundlage. Aber was konnte ich tun?

Fortbildung hilft meistens

Ich unterhielt mich mit erfolgreiche(re)n Kollegen. Las Bücher. Und dachte nach. Das Ergebnis meiner Bemühungen: Mir war klar, dass ich kundenorientierter arbeiten musste. Bislang war ich sehr auf meine Begeisterung, meine Themen und meine Vision fokussiert.

Ach ja, und es wäre hilfreich, wenn ich meine Kunden mögen würde. Dann fällt es schließlich deutlich leichter, sich an ihnen zu orientieren.

Ich drehte also an ein paar Stellschrauben. Probierte mich aus. Und fand heraus, dass ich zwar beim richtigen Thema, aber noch nicht im richtigen Beruf gelandet war.

Ein neuer Fokus

Das Grundthema Menschen helfen war nämlich goldrichtig. Für mich selbst war das immer die stärkste Motivation. Und alle Menschen, die ich mochte, hatten diese Eigenschaft mit mir gemeinsam – das hatte ich durch ein paar gründliche Interviews recht schnell herausgefunden!

Wenig überraschend stellte ich fest, dass ein Großteil meiner (nun ehemaligen) Kollegen in diese Kategorie fielen. Deren Arbeit bestand schließlich daraus, anderen zu helfen.

Ich führte weitere Gespräche und verschickte ein paar E-Mails. Und ehe ich mich versah, hatte ich ein paar neue Aufträge an Land gezogen. Allerdings nicht als Beziehungscoach, sondern als Marketing-Berater und Technik-Supporter.

Dafür war gar keine großen Anstrengungen notwendig. Eigentlich könnte ich auch sagen: Die Aufträge haben mich an Land gezogen!

Sollte es wirklich so leicht sein?

Es scheint so! Mein Geschäft wuchs mit einer Leichtigkeit, die ich bislang immer vermisst hatte. Und die ich begann, regelrecht zu genießen! Rückblickend weiß ich: Ich hatte in den letzten Jahren unbemerkt ein erstklassiges Netzwerk aufbaut. Das ermöglichte mir jetzt den guten Start.

Nachdem ich so lange immer wieder mit meinem Umsatz gekämpft hatte, stand ich plötzlich vor einem Luxusproblem: Mir fehlte die Zeit für das alte Projekt Liebe mit Klarheit. Unterstützt durch eindeutige Rückmeldungen meiner neuen Kunden (“Wir möchten gerne deine ganze Zeit und Aufmerksamkeit!”), begann ich, mich mit einer unangenehmen Entscheidung zu beschäftigen:

Sollte ich Liebe mit Klarheit aufgeben? Trotz der Bücher, Kurse und hervorragenden Besucher- und Abonnentenzahlen? Das war beim besten Willen keine leichte Entscheidung!

Auch schwierige Entscheidungen müssen getroffen werden!

Und deswegen traf ich sie irgendwann einfach. Ich schaltete die alte Seite ab, führte die letzten Coaching-Aufträge zu Ende und versorgte die Klienten mit kompetenten neuen Ansprechpartnern.

Und ich baute meine Tätigkeit als Business-Coach und Marketing-Berater weiter aus. Ich half Selbstständigen, die es lieben, ihren Kunden zu helfen. Das liebte ich und liebe es immer noch.

Rückblickend ist mir klar: Um die für Selbstständige notwendigen Umsatzzahlen zu erreichen, war der Wechsel notwendig und entscheidend.

Dafür stehe ich nun vor einer neuen Herausforderung:

Meine Prozesse weiter überarbeiten. Besser werden. Vorhandene Kunden glücklich machen neue Kunden gewinnen. Und ich möchte mein Team weiter ausbauen. Denn ich liebe es, mit Menschen zusammenzuarbeiten.

Angetrieben werde ich nach wie vor von der Motivation, Menschen zu helfen. Ich finde das Gefühl unbeschreiblich, wenn ein Klient über sich selbst hinauswächst. Wenn meine Hilfe einen kleinen Teil dazu beigetragen hat, macht mich das glücklich.

Ich spüre jeden Tag, dass es ein paar Herausforderungen für Menschen gibt, die es lieben, anderen zu helfen. Für das eigene Wohlbefinden zu sorgen, fällt oft schwer. Nicht nur, aber gerade auch im finanziellen Bereich.

Glückliche Helfer!

Daher träume ich von einer Welt, in der es den Helfern gut geht. Und zwar nicht so gut, dass es gerade zum Überleben reicht. Sondern richtig gut! Damit das Helfen auch morgen, in einem Jahr und in 10 Jahren noch Spaß macht – und funktioniert!

Ich liebe es, jeden Morgen aufzustehen und weiter daran zu arbeiten, dass dieser Traum Realität wird.

Danke für deine Aufmerksamkeit! Lass es mich wissen, wenn ich dich unterstützen kann!

Alles Liebe,

dein

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